Wie die US-amerikanische Zeitung USA Today unter Berufung auf eine Insider-Quelle bei Google berichtet, soll der Suchmaschinenkonzern und weltweite Online-Marketing-Marktführer an einer Alternative zu Tracking-Cookies unter dem Namen AdID arbeiten.
Die AdIDs sollen vom Web-Browser an Vermarkter und Werbenetzwerke übermittelt werden, die vorher Googles für diesen Zweck geschaffenen Richtlinien zugestimmt haben. Der Hauptfokus soll dabei auf der Anonymität der Nutzer liegen. Google selbst hat die AdID noch nicht offiziell angekündigt, will aber angeblich bereits in wenigen Wochen erste Beratungen mit Verbraucherschützern, Vermarktern und Regierungsstellen aufnehmen.
Wird Google zu mächtig?
Google und anderen Branchengrößen wie Apple und Facebook könnten sich durch diese Entwicklung große Vorteile im Werbemarkt verschaffen, wie die anonyme Quelle in "USA Today" verlauten ließ. Die Tracking-Daten konzentrierten sich auf wenige Unternehmen, die eine eigene Technologie bereitstellen und bereits eine herausragende Stellung im Internet einnehmen. Insbesondere Googles Marktmacht durch seinen eigenen Web-Browser Google Chrome ist dabei nicht zu unterschätzen. Dieser verfügt mittlerweile über einen weltweiten Marktanteil von 43% mit stark steigender Tendenz, was Google in die Lage versetzt, neue Tracking-Technologien fast im Alleingang zu diktieren.
"Do Not Track" vor dem Aus?
Durch die sogenannte “Do Not Track”-Funktion gab es für Internetnutzer seit kurzem die Möglichkeit, in den gängigsten Web-Browsern selber einstellen zu können, ob eine Webseite oder Webanwendung ein Nutzerprofil erstellen darf. Dies wird über ein spezielles HTTP-Header-Feld signalisiert, das der Browser an Webseiten übermittelt. Mehr als zwei Jahre lang unterstützten Vertreter der Werbeindustrie und Verbraucherschützer diese Maßnahme. Doch ausgerechnet jetzt ist die Digital Advertising Alliance (DAA), eine der größten Interessenvertretungen der Werbeindustrie aus der "Do Not Track"-Gruppe ausgestiegen, weil man sich wegen unterschiedlicher Ansichten nicht auf gemeinsame Standards einigen konnte. Dies würde Google natürlich in die Karten spielen, wenn die AdID-Gerüchte sich als zutreffend herausstellen sollten.
