Sedo schwächelt und zwingt United Internet zu Multimillionen-Abschreibung

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Der Domainparking-Anbieter Sedo hat momentan mit stark fallenden Einnahmen bei der Vermarktung von geparkten Domains zu kämpfen. Deshalb musste die Sedo Holding AG nun 57,1 Millionen Euro auf Firmenwerte abschreiben. Laut Ad-Hoc-Mitteilung wurde die Abschreibung explizit durch eine deutlich negativere Erwartungshaltung beim Domainparking-Geschäft notwendig. Während Sedo im ersten Halbjahr 2011 noch 20,1 Millionen Euro umsetzen konnte, brach der Umsatz im ersten Halbjahr 2012 auf nur noch 16,5 Millionen Euro ein.
Dies trifft auch den Mehrheitseigentümer United Internet, der 79,45% der Sedo-Anteile hält. Auch United Internet wird deshalb aufgrund der Konsolidierung der Sedo-Zahlen im Konzernabschluss außerordentliche Wertminderungen in Höhe von 46,3 Millionen Euro ausweisen müssen.
Auch beim ebenfalls mehrheitlich zu United Internet gehörenden Affiliate-Netzwerk affilinet gibt es Probleme, weshalb für den französischen Ableger affilinet Frankreich weitere 3,2 Millionen Euro über die Sedo Holding AG abgeschrieben werden müssen.

Woher kommen die Probleme beim Domain-Parking?
Das Problem von Sedo und den meisten anderen Domainparking-Anbietern ist die extreme Abhängigkeit von Google, denn Google ist meistens der einzige Anzeigenlieferant. Google sieht offenbar im Domainparking keine große Zukunft mehr und stellte seinen eigenen "Adsense für Domains"-Dienst im März 2012 ein (wir berichteten). Außerdem verbot Google im Oktober 2011 allen externen Domainparking-Partnern, die Googles Anzeigen nutzen (Sedo, Namedrive und weitere), ihre Domains weiterhin per URL-Weiterleitung zu parken (News-Meldung hierzu).
Der Grund für Googles schrittweisen Rückzug aus dem Domainparking-Business könnte sein, dass viele Anzeigenkunden ihre Kampagnen explizit bei AdWords für sämtliche Domainparking-Webseiten ausschließen wegen deren schlechter Performance. Sollte Google die Daumenschrauben in Zukunft weiter anziehen, werden Sedo und viele weitere Domainparking-Anbieter wohl mit noch größeren Problemen zu kämpfen haben.

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Kommentare

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  • Pat sagt:

    kein Wunder, dass das Sedo-Parking nicht gut läuft. Da werden in den seltensten Fällen passende Anzeigen eingeblendet. Bei Namedrive klappt das besser (und die nutzen auch Google-Anzeigen).

Reaktionen auf diesen Artikel von anderen Webseiten:

  • United Internet will Sedo komplett übernehmen | Online-Marketing News [...] letzter Zeit nicht. So mussten wegen der schlechten Geschäftsentwicklung im Jahr 2012 zum Beispiel 57 Millionen Euro auf Firmenwerte von Sedo abgeschrieben werden, was auch in der Bilanz von United Internet mit 46 Millionen Euro zu Buche schlug. Tweet [...] auf www.vermarktercheck.de am 09.10.2013