Top-Affiliate in den USA drohen 20 Jahre Haft wegen Cookie-Dropping

eBay FBI

In den USA geht das FBI gegen mehrere Top-Affiliates vor, weil sie eBay mit Cookie-Dropping um mehrere Millionen US-Dollar betrogen haben sollen. Einer der beiden ist  Shawn Hogan, Betreiber des größten englischsprachigen Marketing-Forums Digitalpoint.

Shawn Hogan (Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Shawn_Hogan)

Cookie-Dropping bezeichnet eine Betrugsmethode im Affiliate-Marketing, die beim Cookie-Tracking ansetzt und für den normalen Internetnutzer nicht ersichtlich ist. Dabei geht es um das gezielte und automatische Platzieren von für das Tracking relevanten Cookies von Affiliate-Netzwerken, ohne dass die Nutzer etwas davon mitbekommen oder willentlich die beworbenen Webseiten aufrufen würden. In unserem Glossar gibt es eine ausführlichere Beschreibung der verwendeten Techniken.

Wie man bei Business Insider in einem News-Artikel vom letzten Freitag nachlesen kann, richten sich die Ermittlungen gegen Shawn Hogan und Brian Dunning, zwei der erfolgreichsten Affiliates in den USA, die nun laut FBI im schlimmsten Fall mit bis zu 20 Jahren Gefängnisstrafe rechnen müssen. Bereits seit dem Jahr 2006 ermittelt das FBI gegen die beiden, weil sie eBay um mehrere Millionen US-Dollar betrogen haben sollen, indem sie durch Cookie-Dropping gegen die AGB verstoßen haben.
Nach Angaben der Gerichtsdokumente verdiente Hogan insgesamt 28 Millionen US-Dollar mit Provisionen aus eBays Partnerprogramm, bei Dunning waren es "nur" 7 Millionen US-Dollar. Diese enormen Zahlen kamen dadurch zustande, dass die beiden von eBay angebotene Widgets in ihren Webseiten nutzten, die sie so manipulierten, dass Klick-Cookies bei jedem Aufruf ihrer Webseiten gesetzt wurden, ohne dass die Nutzer die eBay-Seite aufgerufen hätten. Nach Angaben von eBays Klageschrift hat allein Hogans Widget mehr als 650.000 illegale Cookies gesetzt.
Hogan bekannte sich im Gerichtsverfahren nun schuldig, behauptet aber, dass eBay-Mitarbeiter seine Methoden geduldet hätten und ihm das mündlich mitgeteilt hätten, was zumindest bezweifelt werden darf. Die Höchststrafe liegt nach Angaben des Business Insider bei 20 Jahren Haft, könnte aber deutlich niedriger ausfallen, weil es jeweils das  erste Vergehen der beiden sei. Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte sich den sehr interessanten und umfangreichen Artikel des Business Insider nicht entgehen lassen, da er tiefe Einblicke in die dunklen Machenschaften der Affiliate-Branche erlaubt und auch beschreibt, wie eBay den beiden auf die Schliche gekommen ist.

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Kommentare

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  • Inside Man sagt:

    typischer Fall von "Hals nicht voll genug bekommen"....

    • Ja sagt:

      Pecunia non olet.

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