Die Entwicklerfirma des AdBlockers Adblock Plus sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt, weil sie die Hand dafür aufhält, dass Werbevermarkter sich von einer Blockierung ihrer Anzeigen freikaufen können. Letzte Woche kamen Gerüchte auf, dass auf diesem Weg insgesamt 30 Millionen Dollar von Branchengrößen wie Google, Amazon oder eBay an die Eyeo GmbH geflossen sein sollen, die Adblock Plus entwickelt. Einige der größten deutschen Werbevermarkter wollen sich diesen Methoden jedoch nicht beugen und bereiten laut einem Bericht in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins FOCUS Klagen gegen die Eyeo GmbH vor.
Zu den Klägern sollen laut FOCUS gleich drei Branchengrößen aus den TOP10 des AGOF-Vermarkterrankings gehören, darunter Axel Springer Media Impact, SevenOne Media (Prosieben Sat.1) und IP Deutschland (RTL). Die Koordination der Klage soll über den Online-Vermarkterkreis OVK erfolgen.
Gleichzeitig arbeiten die Vermarkter an der Einführung einer Software, die die Ansicht der vermarkteten Webseiten unterdrückt, wenn Nutzer ihre Werbeblocker nicht ausschalten. Wie man als Webseitenbetreiber mit relativ einfachen Mitteln Adblock-Nutzer erkennen und aussperren kann, haben wir bereits vor einigen Jahren ausführlich hier beschrieben.
Bereits im September 2013 hatte die ProSiebenSat1 Digital GmbH versucht, eine einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb des Internet-Werbeblockers Adblock Plus zu erwirken, den entsprechenden Antrag aber kurze Zeit später wieder zurück genommen. Ob der neuerliche Versuch von Deutschlands größten Online-Vermarktern, gegen die Methoden von Adblock Plus vorzugehen, von Erfolg gekrönt sein wird, steht aber in den Sternen. Denn der Bundesgerichtshof hatte zuletzt im Jahr 2004 im Falle des Fernseh-Werbeblockers „Fernsehfee“ entschieden, dass im Vertrieb eines TV-Werbeblockers keine allgemeine Marktbehinderung liegt.
Auch aus Österreich und der Schweiz sind in Sachen Adblock Plus bereits seit dem Jahr 2013 Klagen anhängig (wir berichteten).

